Schönfärber

1. Schönfärber, Henriette geb. Bayerthal
	geb. 22.10.8 in Worms (s. Bayerthal II, Nr. 3)
	Witwe von David Schönfärber aus Mainz.

Töchter:

2. Schönfärber, Marie			Mb 550
	geb. 1.6.1900 in Mainz

3. Schönfärber, Gertrud
	geb. 17.3.1902 in Mainz

Henriette Schönfärber, Witwe, wohnte mit ihren beiden Töchtern bei ihrer Mutter, Luise Henriette Bayerthal geb. Bodenheim, Witwe, Worms, Goethestraße 10 (Haus Kristeller).

Henriette Schönfärber geb. Bayerthal entstammte einer seit dem 18. Jahrhundert hier ansässigen und im 19. Jahrhundert weit verzweigten Judenfamilie. Sie war durch ihre Verheiratung mit David Schönfärber aus Mainz vor 1900 dorthin gezogen. Ihre beiden Töchter wurden dort geboren. Nachdem sie früh verwitwet war, kehrte sie mit den Kindern 1906 nach Worms zurück. Hier wohnte sie zunächst Gutenbergstraße 15, nach dem Tod ihres Vaters 1919 zog sie mit beiden Töchtern zu ihrer Mutter, Goethestraße 10. Die vier lebten lange Jahre zusammen, bis die Mutter Luise Henriette Bayerthal geb. Bodenheim am 5.6.1936 im Alter von 92 Jahren starb.

Tochter Marie Schönfärber war Lehrerin, von 1935 lehrte sie an der jüdischen Bezirksschule, die von der jüdischen Gemeinde eingerichtet worden war, nachdem Judenkinder öffentliche Schulen nicht mehr besuchen konnten. Diese Schule befand sich im jüdischen Gemeindehaus, Hintere Judengasse 2 (jetzt Haus "Zur Sonne"). Marie Schönfärber ging am 1.7.1939 nach England, später in die USA, 1962 starb sie in Chicago.

Tochter Gertrud Schönfärber war Sekräterin bei der Kreditbank in Worms. Sie ging am 1.10.1936 nach Gera, später ebenfalls in die USA. Sie lebt, verheiratet mit Dr. Gerhard Neumann aus Berlin, in Southfield/Michigan.

Die Mutter Henriette Schönfärber geb. Bayerthal, musste 1939 die Wohnung Goethestraße 10 räumen und zunächst in die Kaiser-Wilhelm-Straße 11, später, im Sommer 1942, in die Hintere Judengasse 2 (jüdisches Gemeindehaus) ziehen. Von hier aus wurde sie am 27.9.1942 nach Theresienstadt deportiert ( DepL II, Nr. 993), im Mai 1944 weiter nach Auschwitz und wurde dort umgebracht.

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Quellen: Adreßbücher, KEM, Stammbaum Bayerthal, Mb, FrB 40, DepL II, Briefe und mündliche Aussagen von Frau Gertrud Neumann geb. Schönfärber, BAK:Z Sg 138