Herzog I-2

1. Herzog, Siegmund
	geb. 23.5.1880 in Niederwiesen
	Sohn von Jakob Herzog und Emma gab. Strauß
	verheiratet seit 29.6.1914 mit

2. Herzog, Henriette geb. Freyberger
	geb. 7.9.1879 in Grünstadt
	(Tochter von Nathan Freyberger und 
	Rosa geb. Schmitt (s. Freyberger)

Tochter:

3. Herzog, Elsbeth	Mb 499
	geb. 3.1.1921 in Worms

Familie Siegmund Herzog wohnte seit 14.2.1921 Neumarkt 10. Hier im eigenen Haus betrieb der Ehemann mit seinem Bruder Jakob auch das Geschäft Gebrüder Herzog, Trikotagen, Wollwaren, Kurzwaren, Stick- und Nähgarne. Mit im Haus wohnte auch die Mutter der Ehefrau, Frau Rosa Freyberger, Witwe, bis zu ihrem Tod am 18.1.1933 (s. Freyberger), und seit 1925 bis zu ihrem Tod am 9.3.1935 auch die Mutter das Ehemanns, Frau Emma Herzog, Witwe (s. Herzog I). Siegmund Herzog war 1894 nach Worms gekommen. 1897 wohnte er Marktplatz 17 (bei Firma Wilhelm Mayer), wo er vermutlich auch arbeitete. Seine Frau war seit 28.6.1914 in Worms gemeldet.

Die Firma Gebrüder Herzog bestand seit 1920. Sie war in Worms und Umgebung bekannt. Ihr Haus, das keine Schaufenster hatte, befand sich (Ecke Neumarkt/Metzgergasse), in bester Wormser Geschäftslage. Alle in dieser Gegend ansässigen Judengeschäfte waren in Mitleidenschaft gezogen, als am 1.4.1933 in Worms, wie überall in Deutschland, jüdische Geschäfte von der NSDAP und ihren Gliederungen boykottiert wurden. Es war erst der Auftakt zu den nun immer schärfer werdenden antijüdischen Maßnahmen. Im April 1938 bestand die Firma Herzog noch mit 6 Angestellten, dann ging sie bald ein. Nach dem Kristallnacht-Pogrom vom 10.11.1938 war es den Juden auch nicht mehr möglich, ein Geschäft zu betreiben (Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben von 12.11. 1938).

Im Zusammenhang mit diesem Pogrom wurde mit insgesamt 87 jüdischen Männern aus Worms und Umgebung am 10.11.1938 auch Siegmund Herzog verhaftet und vorübergehend ins KZ Buchenwald verbracht, ebenso sein Neffe Rudolf (s. Herzog I-3).

Tochter Elsbeth, die vom 20.5.-15.10.1933 noch Flinsburg/Oberschlesien abgemeldet war, verließ bald nach der Kristallnacht Worms für immer, am 12.12.1938 wanderte sie aus in die USA, nach Pennsylvania. Sie lebt, verheiratet (Elsbeth Schmidt), in Allantown/Pennsylvania.

Die Eltern Siegmund und Henriette Herzog verzogen am 28.2.1939 nach Mannheim, von dort wurden sie im Oktober 1940 nach Gurs/Südfrankreich deportiert. Siegmund Herzog ist am 1.11.1941 in Gurs gestorben (BAK:Z Sg 138). Seine Frau Henriette hat ebenfalls die Deportation nicht überlebt. Sie ist verschollen in Auschwitz (BAK:Z Sg 138).

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Quellen: Adreßbücher, KEM, Mb, AK-VHS, LjG, VerhVZ 10.11.1938, Nicht bei Vormeier